Der Landtag ist zum kotzen…

Ich wache morgens auf und mir ist übel. Richtig dolle übel. Also trinke ich Tee und würge ein trockenes Stück Brot runter. Mama hat schließlich immer gesagt: „Ohne Frühstück kommst du nicht aus dem Haus!“ Und das hat sich ins Hirn eingebrannt.

Ich quäle mich zur Arbeit. Mein Chef verteilt die Aufgaben. Ich soll heute zum Landtag fahren. Einige Schüler wollen gegen Schulschließungen demonstrieren und dem Präsidenten eine Unterschriftensammlung überreichen. Ich fühle mich elend und sehe offenbar auch so aus „Alles in Ordnung bei dir? Du bist ja kalkweiß!“ Jaja, alles okay. Nur ein bisschen schlecht. Ich untertreibe maßlos. Alles kein Problem, die Übergabe soll draußen vor dem Gebäude stattfinden. Ich bin kurz erleichtert. Frische Luft!

Etwa 15 Minuten vor Beginn fahre ich zum Landtag. Mir ist so schlecht, dass ich mehrmals befürchte, anhalten und ein Gebüsch suchen zu müssen. Tiiieeef durchatmen. Ganz tieeef durchatmen. Puh, geht wieder. Ich komme beim Landtag an. Doch ich sehe weder Schüler, noch andere Kollegen! Wo sind die denn alle? Der Pförtner sagt mir, dass man sich nun doch drinnen versammeln wolle. Oh, ah, okay. Ich steige stöhnend die Treppe hoch. Oh Gott. Hier wurde neuer Teppich verlegt. Und der Kleber stinkt bestialisch. Die Übelkeit kommt wieder, ziemlich heftig. Scheiße, denke ich. Ich sehe die Schüler und die Kollegen oben stehen. Ich kann kaum grüßen. Endlich kommt der Landtagspräsident. Meine Übelkeit kommt in Wellen und ich halte mich an einer Wand fest. Der Präsident fragt, wer denn zuerst fragen möchte. „Ich!“, schreie ich. Stürze nach vorn, ignoriere die Fernsehkollegen, die sich schon aufgestellt haben, ziehe mein Mikro, fasele meine Begrüßung runter und haue dem Präsidenten meine Fragen um die Ohren. Reiß dich zusammen, denke ich und versuche, meinen Würgereflex zu unterdrücken. Als er endet, sage ich schnell Danke und stürze zur Verwunderung aller aus dem Gebäude.

Das war der Tag, an dem ich dem Landtagspräsidenten beinahe auf die Schuhe gekotzt hätte….

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